Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit

„Ohne Sie gäbe es keine Büchereiarbeit.“

Paderborn, 28.6.2017 Ende Juni galt es dienstlich Abschied zu nehmen von Hubert Vitt-Wagener. Mehr als 40 Jahre war er in der Fachstellenarbeit des Erzbistums Paderborn – zunächst im Medienzentrum, später dann im IRUM – tätig, seit 1983 leitete er diesen Arbeitsbereich.

Fast 100 Gäste waren der Einladung zur Verabschiedung gefolgt. Nach einem Gottesdienst in der Kapuzinerkirche hatten die zahlreichen Gäste sowie Kolleginnen und Kollegen Gelegenheit zum persönlichen Abschied. Die Mehrzahl der Eingeladenen kam aus Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) im gesamten Erzbistum Paderborn. Sie hatten mitunter eine längere Wegstrecke auf sich genommen, um sich für die größtenteils langjährige Zusammenarbeit zu bedanken. In einer Dankesrede stellte Hubert Vitt-Wagener das Engagement der rund 1900 ehrenamtlich Tätigen in den 230 KÖB’s in den Mittelpunkt: „Ohne Sie gäbe es keine Büchereiarbeit.“

Dieser Blick auf die zentrale Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements ist sicherlich bedingt durch die eigene „Berufs-Biographie“ Vitt-Wageners. Er selbst engagierte sich als junger Mann in der Büchereiarbeit seines Heimatortes im Siegerland. Nach abgeschlossener kaufmännischer Ausbildung und Bundeswehrzeit reifte in ihm der Plan, sein Ehrenamt hauptberuflich auszuüben. Die damalige Büchereifachstelle zeigte ein hohes Interesse an dem jungen Mann aus dem Siegerland. So nahm der berufliche Weg seinen Lauf. Mitte der 80er Jahre begann er an der Fachhochschule des Borromäusvereins ein Studium, das er mit dem Diplom-Bibliothekar abschloss.

Dabei war es ihm in seiner Arbeit immer wichtig, über den Tellerrand seiner diözesanen Fachstelle hinaus zu blicken. Er engagierte sich vielfältig in Gremien des Borromäusvereins. Darüber hinaus zeigte er eine außergewöhnliche Begabung, aus einfachen Räumen mit dem entsprechenden Mobiliar und einer klugen Aufteilung Bibliotheken zu machen, in denen sich alle wohlfühlen. Auch die Zusammenarbeit der KÖB mit Kindergärten, Schulen oder anderen Einrichtungen, besonders im Bereich der Leseförderung, war ihm ein wichtiges Anliegen.

Doch ein zentraler Aspekt der Arbeit lag und liegt dem Scheidenden besonders am Herzen: „Wir verstehen katholische Büchereiarbeit als Dienst in der Kirche und auf dieser pastoralen Grundlage als Dienst für die Menschen. Wir setzen gleichsam einen diakonischen Kulturauftrag um.“ Und für seine Nachfolgerin, Elisabeth Lappe-Oeynhausen, hält er einen erfrischenden Hinweis bereit: „Haben Sie den Mut, auf dieser Grundlage neben Bewährtem auch Neues anzugehen.“

Christoph Quasten

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