Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit

„Die Ehrenamtlichen müssen wir ermutigen und fördern.“

Paderborn, 3.7.2017 Seit dem 1. Juli leitet Elisabeth Lappe-Oeynhausen (53) die Büchereifachstelle des Erzbistums Paderborn, die Bestandteil der Abteilung Medienarbeit im IRUM ist. Sie hat Hubert Vitt-Wagener abgelöst, der nach mehr als 40 Jahren aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist.

Elisabeth Lappe-Oeynhausen ist dankbar, dass ihr Vorgänger sie vier Wochen in die wichtigsten und aktuellsten Themen eingeführt hat: „Diese gemeinsame Zeit der Einarbeitung war anstrengend. Doch dieser Crash-Kurs und die Begleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachstellenteams geben mir schon nach einem Vierteljahr das Gefühl, in meiner neuen Aufgabe angekommen zu sein.“

Insgesamt 24 Jahre hatte die Diplom-Bibliothekarin, die 1987 ihren Studiengang Öffentliches Bibliothekswesen an der damaligen Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen in Köln beendete, in der Stadtbücherei Witten gearbeitet. Hier leitete sie u. a. zwei Stadtteilbüchereien und war mit der ganzen Palette bibliothekarischer Arbeit befasst: vom Bestandsaufbau- und pflege, den Auskunftsdienst, die Leseförderung bis zur Veranstaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Später war sie dann in der Zentralbibliothek tätig.

Doch irgendwann stellte sie fest: „Das reicht mir nicht. Ich habe noch ein halbes Berufsleben vor mir und möchte mich persönlich und beruflich weiterentwickeln.“ So nahm sie 2011 an einem berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang MALIS an der Fachhochschule Köln teil, den sie 2014 erfolgreich mit einem Master in Library and Information Science abschloss. Dabei hat sich Elisabeth Lappe-Oeynhausen immer wieder mit dem Gedanken beschäftigt: „Wie positionieren sich zukünftig Bibliotheken in der Wissensgesellschaft und wie können sie in der digitalen Welt weiterhin attraktiv gestaltet werden.“

Angesichts dieser Überlegungen kam die Stellenausschreibung „Leitung der Büchereifachstelle“ gerade passend. „Mein erster Gedanke war, das ist genau das Richtige für mich“, fasst sie ihre Stimmungslage im Herbst 2016 zusammen und ergänzt: „Hier sah ich die Chance, stärker konzeptionell zu arbeiten und meine langjährigen Erfahrungen aus dem operativen Geschäft einzubringen.“ Angenehm für sie persönlich war zudem, dass sie – aus Brakel stammend und seit vielen Jahren auch dort wieder wohnend - zukünftig Arbeits- und Lebensmittelpunkt wieder annähern konnte. Dort hatte sie als Kind und Jugendliche die örtliche KÖB kennengelernt und war eine eifrige Benutzerin. Selbstverständlich zählten ihre beiden Kinder in späteren Jahren ebenfalls zu den Benutzern der KÖB. „Einem literarisch engagierten Elternhaus, einer guten Deutschlehrerin des Gymnasiums Brede und dem literarischen Angebot der örtlichen Bücherei haben in mir den Wunsch geweckt, mich im Berufsfeld „Bibliothek“ zu engagieren.“

Für Elisabeth Lappe-Oeynhausen sind Bibliotheken bis heute Orte der Inspiration, der Bildung und der Kommunikation und dienen somit der persönlichen Entfaltung des Menschen. Gerade in einer digitalisierten Gesellschaft, in der reale Orte immer mehr an Bedeutung verlieren, bieten KÖBs eine örtlich gebundene Alternative. Insbesondere in kleinen Gemeinden sind sie zunehmend die letzten kostenfreien und öffentlich zugänglichen Begegnungsstätten.

In zahlreichen Fortbildungen hat Elisabeth Lappe-Oeynhausen sich mit der Thematik beschäftigt, wie Büchereien den Anschluss an das digitale Zeitalter gestalten und gleichzeitig ihren originären Auftrag erfüllen können. Genau in diesem Aspekt sieht sie eine besondere Herausforderung in der Fachstellenarbeit der kommenden Jahre: „Wir müssen mit unseren KÖB´s eine höhere Präsenz vor allem in der digitalen Welt erreichen, um so selbstbewusster deren beachtliches Leistungsspektrum kommunizieren zu können. Auf diesem Weg werden wir auch unserem pastoralen Auftrag gerecht.“

In vielen Bereichen sieht sie die Fachstellenarbeit im Erzbistum Paderborn dank einer engagierten Teamleistung gut aufgestellt. Mit dem Onleihe-Verbundsystem „Libelle“ ist der Anschluss an die digitale Ausleihe bereits gelungen. Doch eines ist für Elisabeth Lappe-Oeynhausen schon nach wenigen Wochen klar: „Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bilden die Basis der Arbeit vor Ort, sie müssen wir ermutigen und fördern“

Christoph Quasten

 

Sie sind hier: Startseite > Wir über uns
Erzbistum Paderborn
Erzbistum Paderborn