Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit

„Eigentlich wollte ich nie in der Verwaltung arbeiten.“

Seit 37 Jahren ist Marilies Risse in der Schulabteilung für die Lehrerfortbildung tätig.Paderborn, 21.1.2018 Manchmal entwickeln sich die Dinge etwas sperrig, um später eine umso innigere Beziehung aufzubauen. So erging es der jungen Marilies Risse. Als sie 1977 die Realschule St. Michael in Paderborn mit der Mittleren Reife abschloss, wollte sie eigentlich Erzieherin werden. Doch der Tod ihres Vaters im selben Jahr war ein schwerer Schicksalsschlag für die ganze Familie. Ihre halbherzige „Pro forma-Bewerbung“ im Erzbischöflichen Generalvikariat wurde zu allem Überfluss positiv beantwortet, der örtliche Pfarrer überbrachte die Botschaft. Dieser und ihre Mutter meinten unisono: „Das machst du erstmal.“

Und so durchlief Marilies Risse die 2jährige Verwaltungsausbildung, lernte die meisten Abteilungen kennen, vieles war in der Ausbildungszeit noch nicht so strukturiert wie heute. Sie erinnert sich: „Wir Auszubildenden bekamen klar begrenzte Aufgaben zugewiesen, meist fehlte uns aber der Überblick für die größeren Zusammenhänge. Unsere Arbeitsausstattung bestand aus einer mechanischen Schreibmaschine, einem Kugelschreiber und einem Bleistift. Für (Einzel-!)Kopien musste man sich bei der Pforte anmelden.“

Schließlich bestand sie die Prüfung, erhielt dann einen auf sechs Wochen und schließlich einen auf ein Jahr befristeten Vertrag, den Berufswunsch Erzieherin hatte sie noch nicht aufgegeben. Doch es sollte anders kommen. Denn die Personalabteilung teilte ihr mit, dass man sie nun fest anstellen möchte. Sie würde der Schulabteilung zugeteilt und außerdem sei sie schon zum Ersten Angestelltenlehrgang angemeldet. Heute kann Marilies Risse darüber lachen, obschon der Berufswunsch Erzieherin nun endgültig geplatzt war: „Es wurde wieder über mich bestimmt, ich saß wieder in der Falle.“

Doch hier in der Schulabteilung sei der Knoten geplatzt, die Liebe zum Beruf geweckt und vieles sei ihr nun leicht von der Hand gegangen, berichtet sie mit einem lebhaft werdenden Tonfall im Rückblick. Was war geschehen?

Die Kolleginnen und Kollegen der Schulabteilung legten Wert auf ein gutes Miteinander, hier hatte Marilies Risse mit der Lehrerfortbildung eine feste Aufgabe, hier hatte sie Außenkontakte mit Lehrerinnen und Lehrern, Dekanatskatecheten und Schulseelsorgern. Sie erinnert sich gern: „Nach Erscheinen des Fortbildungskalenders erreichten mich in meinem Büro oft 40-50 Anmeldekarten am Tag, zahlreiche telefonische Anmeldungen waren zu registrieren. Da die Fahrkostenerstattung für Fortbildungsteilnehmer in bar ausgezahlt wurde, lernte ich viele Lehrerinnen und Lehrer persönlich kennen.“

Im Laufe der Zeit nahm die Haushaltsplanung immer breiteren Raum ein. In diese Aufgabe wuchs sie schließlich hinein, da sie für die Lehrerfortbildung sehr gut die Zahlen kannte. Nach der Fusion der Abteilung Religionspädagogik und dem Medienzentrum zum IRUM wurden diese Aufgaben unter der Überschrift „Veranstaltungsmanagement“ zusammengefasst. In diesem Kontext passte sie die Software KuferSQL auf die Bedürfnisse der Fortbildungsveranstaltungen in der Schulabteilung und der Lehrerfortbildung an. Sie wurde schließlich im Rahmen der Umstellung der Haushaltsführung auf „Doppik“ zur „Kümmerin“ für den gesamten Etat des IRUM.

Marilies Risse blickt zufrieden auf diese Entwicklung zurück: „Gerade mit meiner Arbeit heute im IRUM kann ich in vielen Bereichen größere Zusammenhänge in den Blick nehmen, aber eines ist für mich klar: Mein Herz hängt an der Lehrerfortbildung.“

Christoph Quasten

 

Sie sind hier: Startseite > Wir über uns
Erzbistum Paderborn
Erzbistum Paderborn