Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit

„Barmherzigkeit“ – ein Arbeitsheft für die Sekundarstufe und Katechese

Paderborn, 12.7.2016 Zusammen mit den Schulabteilungen der Generalvikariate in Trier und Limburg hat das IRuM Ende 2015 zum „Jahr der Barmherzigkeit“ eine bemerkenswerte Arbeitshilfe herausgegeben. Das Arbeitsheft kann aufgrund seiner Konzeption auch über den eigentlichen Anlass hinaus - das Jahr der Barmherzigkeit - eingesetzt werden.

Andreas Thelen-Eiselen legt mit diesem Arbeitsheft ein in hohem Maß hilfreiches Materialangebot sowohl für den schulischen Religionsunterricht als auch für die außerschulische Katechese vor. Überzeugend sind vor allem drei Punkte: 1. die thematische Ausrichtung; 2. die methodischen Vorschläge; und 3. die Gesamtkonzeption.

1. „Das ist die Zeit der Barmherzigkeit. Es ist wichtig, dass die Gläubigen sie leben und in alle Gesellschaftsbereiche hineintragen. Vorwärts!“ Dieser Ermunterung des Papstes Franziskus nimmt sich der Autor an und legt zum Beginn des Heiligen Jahres 2015/2016 diese deutlich thematisch ausgerichtete Arbeitshilfe vor. Ansetzend an der Erfahrungswelt der Jugendlichen führt er behutsam in die Thematik eines Begriffs ein, der bislang religionspädagogisch und –didaktisch eher ein Randthema war, sieht man von der Beschäftigung mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10, 25-37) ab, bei der eher die Frage nach dem Nächsten im Vordergrund steht und nicht so sehr die Klärung des Zusammenhangs von Nächstenliebe und Barmherzigkeit und damit die konkrete Umsetzung im Alltag eines Christenmenschen. So ist es nicht verwunderlich, dass man im Kernlehrplan für Katholischen Religionsunterricht in NRW den Begriff „Barmherzigkeit“ vergeblich sucht. Umso wichtiger, dass der Autor für diese Lücke seine sieben Bausteine parat hält, um zu einer kompetenten Auseinandersetzung mit diesem Kernbegriff im schulischen Unterricht oder der gemeindlichen Katechese – etwa in der Firmvorbereitung – zu kommen.

2. Auf Grund sorgfältiger didaktischer Überlegungen kann der Autor auf eine Vielfalt von methodischen Möglichkeiten zurückgreifen und verweisen. Die jungen Lernerinnen und Lerner werden in allen Phasen als Subjekte ihres eigenen Handelns ernst genommen. Eigenverantwortliches Lernen in unterschiedlichen Sozialformen steht dabei im Vordergrund. Dass das Medien- und Materialangebot breit gestreut und aktuell ausgesucht ist, versteht sich bei diesem Ansatz von selbst. So geraten die Lern- und Arbeitsangebote bis hinein in die gelungenen Kopiervorlagen sehr abwechslungsreich und kreativ.

3. Der Verfasser ist sich der unerschiedlichen Lernsituationen in Schulen und Gemeinden deutlich bewusst und verzichtet so auf die Konzeption einer in sich geschlossenen Unterrichtsreihe nach überkommenem Muster. Stattdessen legt er sein Arbeitsheft als eine Bausteinsammlung an, durch die sich natürlich ein deutlich erkennbarer roter Faden zieht. Je nach Ausgangslage in Unterricht oder Gemeinde können die Elemente wie vorgelegt übernommen, oder aber verkürzt und auch erweitert werden. Hier sind die didaktischen Vorüberlegungen wie für jedes andere Lernvorhaben auch geforderte Veraussetzung.

Es tut gut, dass passgenau zum 50. Jahrestag des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils dieses Arbeitsheft erscheint. Es darf durchaus – wie das Heilige Jahr auch – als Einladung verstanden werden, das mit dem Konzil begonnene Werk fortzuführen. Die Herausgeber übergaben daher die Arbeitshilfe zusammen mit dem Autor am 13.12. (3. Advent) Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Eigenschaft als „Schulbischof“ im Rahmen einer kleinen Gedenkfeier zum Abschluss des II. Vatikanischen Konzils, die nach der diözesanen Eröffnung des Barmherzigkeitsjahres im Konrad-Martin-Haus-Haus stattfand.

Hermann-Josef Vogt, Paderborn

Bestellmöglichkeiten

Für 4 € können Sie die Arbeitshilfe „Barmherzigkeit“ beim IRUM bestellen:

Telefon 05251/125-1900 oder institut@erzbistum-paderborn.de

Ebenfalls ist der Erwerb vor Ort im IRUM Dortmund und Paderborn möglich.

 

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