Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit

Mit Brauchtum Religion vermitteln

Im „Zertifikatskurs Nikolaus“ lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Kath. Akademie Schwerte Hintergründe, Fakten und Legenden rund um den heiligen Nikolaus kennen. Zu den Referenten gehörten Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti (3.v.r.) und Gerhard Krombusch, hier als Nikolaus.pdp Schwerte, 2. November 2015. Ausnahmsweise und nur zu Schulungszwecken legte Gerhard Krombusch, Direktor des Instituts für Religionspädagogik und Medienarbeit (IRuM) im Erzbistum Paderborn am Samstag schon einmal das Nikolauskostüm an. Nikolausspiele für Kinder sollten aber möglichst nur am 6. Dezember stattfinden, meint er. Was dabei wichtig und hilfreich ist, war Thema im „Zertifikatskurs Nikolaus“ in der Katholischen Akademie Schwerte.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und dem IRuM erstmals angebotenen Kurses interessierten sich theologisch, religions- und brauchtumsgeschichtlich für den „Bischof aus Myra“. Einige sind bereits seit vielen Jahren als Nikolausdarsteller aktiv, andere werden diese Aufgabe neu übernehmen. Durch das Seminar mit vielen Praxisanteilen führten sie der Brauchtumsexperte Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti, Tamara Schwab, Referendarin für Musik und Religion, Niklas Wagner, Referent für christliches Brauchtum beim Bonifatiuswerk Paderborn und Gerhard Krombusch.

Für Gerhard Krombusch ist das Nikolausspiel auch eine Form der Vermittlung von Religion. Daher sei es wichtig, Hintergründe, Fakten, Legenden und Brauchtum zu kennen. Darüber informierte am Vormittag Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti. Etwa im 5. Jahrhundert hätten die Legenden um den heiligen Nikolaus begonnen, erläuterte Prof. Becker-Huberti. Diese seien dann über die Türkei, Griechenland, Italien und Gallien etwa im 10./11. Jahrhundert  nach Germanien gelangt. „In den Darstellungen gab es einen Wandel vom griechischen Bischof zu einem Bischof der Westkirche“, sagte Prof. Becker-Huberti. Die Tradition des Schenkens gehe unter anderem auf die Legende zurück, dass Nikolaus einer verarmten Familie Geldsäckchen durch das Fenster warf, ohne dabei erkannt werden zu wollen. Erst sehr viel später hätten Pädagogen den Nikolaus mit einem „pädagogischen Zeigefinger“ ausgestattet und ihm den Ruprecht zur Seite gestellt. „Lassen Sie den Ruprecht zu Hause, er gehört da nicht hin“, riet Prof. Becker-Huberti den Kursteilnehmern. Nikolaus wolle den Weg zum Himmel offen halten, nicht Strafen aussprechen.

Als solcher habe Nikolaus auch nicht viel mit dem sogenannten Weihnachtsmann zu tun. Dieser sei nach der Ablehnung der Heiligenverehrung in der Reformation durch protestantische Auswanderer nach Amerika gelangt und von dort als Werbefigur ohne religiöse Bezüge wieder nach Europa gekommen.

Der heilige Nikolaus hingegen transportiere eine religiöse Botschaft: Er ist Helfer der Armen, der Kinder und der in Not geratenen Menschen und als Heiliger ein Fürsprecher bei Gott.

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